Wasser ist Leben

In den siebziger Jahren war ich mit meinen Eltern auf einem Campingplatz in Jugoslavien in der Nähe von Zadar, direkt an der Küste im Karstgebiet. Der Campingplatz lag wunderschön, hatte aber einen großen Nachtteil, es herrschte Wassermangel. Jeden Tag kam ein Wasserwagen vorbei und füllte die Zisternen. Dieses Wasser reichte aber gerade mal bis zum Mittag. Auch die Getränke im Campingmarkt waren sehr schnell ausverkauft und natürlich alle lauwarm.

Man kam also aus dem 28 Grad warmen Wasser und konnte sich nicht abduschen. Das Salzwasser klebte auf der Haut. An Land war es aber noch viel heisser und so ging man doch wieder ins Wasser. Nach kurzer Zeit hatte ich einen saftigen Sonnenbrand und konnte nur noch mit T-Shirt ins Wasser gehen. Und ewig hatte man Durst und konnte leider nicht viel dagegen tun. Ich wäre am liebsten gleich von dort weggefahren, aber meine Eltern wollten noch bleiben. Nachts kühlte es im Karstgebiet auch nicht weiter als bis +30 Grad ab. Ein Großteil der Camper schlief unter freien Himmel. Und die Felsen gaben erbarmungslos Wärme ab.


Wir sind dann zum Wasser holen in ein Bergdorf gefahren, wo wir das Wasser aus einem alten Ziehbrunnen in unsere Kanister füllten. So hatten wir wenigstens etwas Wasser zum trinken. Wir sahen einen ausgeschilderten Wanderpfad in die Berge, den sind wir dann trotz der Bruthitze lang gewandert. Jeh höher wir kamen, umso grüner wurde es. Dann war dort tatsächlich ein kleiner Bach mit einer etwas tieferen Mulde. Jetzt konnte mich keiner mehr halten, ich musste ins Wasser. Und das war ein Traum, herrlich kühl und erfrischend. Ich kam mir vor wie neugeboren und wollte nicht mehr aus dem Wasser steigen. Das Wasser war so klar, daß wir auch unseren Durst stillen konnten.

Diese Erlebnis ist bei mir im Kopf hängengeblieben. Wie genoß ich es Zuhause einfach den Wasserhahn aufzudrehen oder mich unter eine erfrischende Dusche zu stellen. Das ist für uns alles so selbstverständlich, daß wir das gar nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Für viele Menschen auf der Welt ist das aber nicht so, meine Uraubserlebnisse gehören bei Ihnen zum Alltag.

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