Frische Luft

Im März 1988 bin ich mit meinem Bruder nach Istanbul geflogen. Wir hatten ein kleines Hotelzimmer im Stadtviertel Sultanahmet unweit der blauen Mosche bezogen. Im März ist es auch in Istanbul noch ein wenig kalt, sodaß die Wohnungen geheizt werden müssen. Da gibt es in den meisten Wohnzimmern einfacher Öfen, in denen Braunkohle verbrannt wird. Die meisten Häuser besitzen keine Schornsteine; es wir einfach ein Ofenrohr durch die Außenmauer zur Straße geschoben. Dementsprechend ist dann auch die Luft in der Stadt. An manchen Tagen verhüllt der Smog, den sonst sehr schönen Blick über den Bosporus, gänzlich.


Wenn man sich die Nase schneuzte war das Taschentuch schwarz. Das Lüften des Hotelzimmers ließ man besser gleich bleiben. Wir sehnten uns, während unseres ansonsten sehr interessanten Urlaubs, nach sauberer Luft zum Atmen. Doch die gab es in Istanbul zu dieser Zeit nirgendwo. Als ich dann wieder nach Hause kam, habe ich die frische Luft in unserem Wald ganz anders genossen. Mir ist dabei klar geworden, was es für die Menschen in den Megastädten bedeutet, permanent im Smog zu leben. Seit dieser Zeit genieße ich saubere ,klare Luft viel intensiver.

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